Seit vielen Jahren zieht es mich, wie jeden Februar, wieder nach St. Moritz – auf den gefrorenen See, wo der Schnee knirscht, die Sonne über den Engadiner Bergen glitzert und das Adrenalin in der klaren Winterluft vibriert. Trotz der Kälte kommen wir immer wieder. Denn der White Turf ist weit mehr als ein Rennen – er ist ein Erlebnis, das Herz und Seele des Pferdesports vereint wie kein anderer Ort auf der Welt.
René Piechulek und «Jungleboogie» nach ihrem Triumph im Gübelin 77. Grosser Preis von St. Moritz 2016 – ein unvergesslicher Moment.
Wie oft haben wir in unseren dünnen Reithosen gefroren und unsere Füsse und Hände vor Kälte nicht mehr gespürt. Trotzdem kommen wir alle immer wieder. Was mich jedes Jahr aufs Neue fasziniert, ist diese einzigartige Mischung aus Eleganz, Leidenschaft und Mut. Hier treffen Tradition und Pioniergeist aufeinander – Pferde, Trainer, Besitzer und Reiter aus der ganzen Welt kommen zusammen, um auf Eis und Schnee das Unmögliche möglich zu machen.
Jeder Start auf dem gefrorenen See ist ein Moment voller Respekt – vor der Natur, vor dem Pferd, vor dem Risiko. Der White Turf ist ein Ort, an dem Sport zu Emotion wird. Die Atmosphäre, das Licht, die Kulisse – sie sind unvergleichlich. Es ist dieses Gefühl von Freiheit, Herausforderung und Stolz, das mich immer wieder hierherführt.
Ein Moment bleibt dabei unvergessen: Der Sieg mit Jungleboogie im GP St. Moritz im Jahr 2016. Ich bin dankbar, Teil dieser Geschichte zu sein – einer Geschichte, die seit über hundert Jahren Menschen begeistert und verbindet.
Der White Turf ist nicht nur ein Rennen auf Eis – er ist ein Symbol für Mut, Leidenschaft und die Magie des Pferdesports in seiner reinsten Form.
René Piechulek
Jockey

